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Erinnerung an einen Lebensretter großen Stils

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Die Krise zwischen der Türkei und Israel der letzten Wochen sollte nun durch die öffentliche Entschuldigung Israels aus der Welt geschafft sein. Manche Menschen rufen sich bei dieser Gelegenheit ihre Vergangenheit in Erinnerung. Einer von ihnen ist Emir Kıvırcık, der Enkel des Botschafters Behiç Erkin; ein anderer der Jude Robert Lazare Rousso, der von Erkin vor den Nazis gerettet wurde.

Wir schreiben das Jahr 1939, der Zweite Weltkrieg hat begonnen, die Verschleppung der Juden im Deutschen Reich ist voll im Gange. Sie werden systematisch schikaniert, ihrer Habe beraubt und in Konzentrationslager gebracht. Nach der Besetzung Frankreichs spielt sich dort dasselbe ab. Genau zu solch einer Zeit schaute ein türkischer Diplomat, der in Paris Dienst versah, nicht untätig zu. Er sorgte dafür, dass Personen mithilfe eines Ausweises, auf dem Halbmond und Stern zu sehen waren, unbehelligt blieben. Er wollte von den Juden, dass sie folgenden Satz auf Türkisch auswendig lernten: „Ich bin Türke, meine Verwandten leben in der Türkei.“ Der Diplomat schaffte es, insgesamt 20.000 Juden, davon 10.387, die ursprünglich aus der Türkei stammten, mit Papieren auszustatten und auf türkischen Boden zu retten.
Dieser Diplomat hieß Behiç Erkin. Sein Enkel Emir Kıvırcık hat vor zwei Jahren alle Tagebucheinträge seines Großvaters, die über einen Zeitraum von 61 Jahren in 960 verschiedene Hefte geschrieben wurden, zu einem Buch mit dem Titel „Der Botschafter“ versammelt.
Vor zwei Jahren kam Israels Präsident Schimon Peres als Gast des türkischen Präsidenten Abdullah Gül in die Türkei und traf sich unter anderem auch mit Kıvırcık, der ihm bei dieser Gelegenheit sein Buch schenkte. Daraufhin antwortete Peres mit einem Dankesbrief. Seine Botschaft: „Muslime und Juden sollten sich um das friedvolle Zusammenleben bemühen und für die Generationen nach uns eine bessere Zukunft schaffen. Ich hoffe, dass jeder Ihre Botschaft wahrnimmt.“
Robert Lazare Rousso lebt mit 89 Jahren in der Türkei und ist nach wie vor dankbar für die Taten des Botschafters Erkin. Er meint: „Die Türken stammen von den Osmanen ab und verdienen es nicht, niveaulos behandelt zu werden!“

 
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02.02.2010

 
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